Airbrush-Studio München * H. G. Haider * Alte Landstrasse 26 * 85521 Ottobrunn * Tel.: 089 609 97 08

Airbrush-Luft

Bevor Du loslegen kannst, benötigst Du Druckluft!
Der Arbeitsdruck ist eigentlich immer der gleiche; zwischen 1,5 und 2 bar.
Je niedriger der Luftdruck, umso weniger Farbstaub und Farbnebel wird in Deinem Arbeitsraum aufgewirbelt. Der Nachteil: Je niedriger der Druck umso schwieriger wird es, saubere Flächen und Verläufe zu spritzen.
Umgekehrt: Hoher Druck, viel Nebel, Flächen und Farbverläufe lassen sich einfach spritzen.

Soviel zum Arbeitsdruck, jetzt kommen wir zur Luftmenge; das ist die Menge Luft in Litern/Minute, die Du zum spritzen benötigst.
Diese Luftmenge hängt ab von der Düsengröße.
Als Faustregel kannst Du von folgenden Werten ausgehen:
  • Düsengröße 0,2mm - 17 Liter/Minute
  • Düsengröße 0,3mm - 20 Liter/Minute
  • Düsengröße 0,4mm - 30 Liter/Minute
  • Düsengröße 0,5mm - 50 Liter/Minute

    Bitte beachte, daß es unter den verschiedenen Pistolen-Marken auch Unterschiede im Luftverbrauch gibt.
    So benötigen z.B. die Pistolen der Fa. Victor Air Tools weit weniger Luftmenge, als ähnliche Pistolen (siehe AB-1, AB-2, AB-3, AB-5-1K).

    Als Druckluftspender gibt es neben den Kompressoren auch die Druckluftdosen; Dosen sind aber unter dem Strich die teuerste Möglichkeit, sich Druckluft zu besorgen.



    Airbrush-Kompressoren unterscheiden sich in zwei Kategorien:

    1.) Der Öl-Kolben-Kompressor:

    Diese Bauart ist die meistverwendetste Kompressortechnik für Airbrush-Arbeiten.
    Der Motor läuft hierbei in einem Ölbad und wird durch das Öl ständig geschmiert.
    Der Druck wird durch einen kleinen Kolben erzeugt, der sich mit sehr hoher Drehzahl hin- und her bewegt. Führender Hersteller für Öl-Kolben-Kompressoren ist die Firma Werther.

    Die Vorteile:
    Öl-Kolben-Kompressoren laufen extrem leise und haben eine sehr lange Lebensdauer.
    Die meisten Öl-Kolben-Kompressoren haben einen relativ großen Lufttank. In diesem Lufttank wird die überschüssige Luft gespeichert und kann, ohne dass sich die Automatik des Kompressors einschaltet, verbraucht werden. Erst wenn der Druck im Tank unter eine bestimmte Untergrenze kommt, schaltet sich der Kompressor wieder ein und befüllt den Tank wieder.
    Somit kann dieses Gerät auch eingesetzt werden, wenn kurzfristig mehr Luft verbraucht wird, als der Kompressor eigentlich produziert. Bei Airbrush-Kursen z.B. ist das sehr häufig der Fall; mehrere Kursteilnehmer drücken alle gleichzeitig auf den Bedienhebel ihrer Pistole; in diesem Moment wird mehr Luft verbraucht, als der Kompressor produziert, aber der Druck-Tank kann das einige Zeit ausgleichen.

    Die Nachteile:
    Der Nachteil dieser Kompressoren ist der relativ hohe Preis.
    Meistens sind diese Geräte schwer und unhandlich.
    Öl-Kolben-Kompressoren sollten, nachdem sie transportiert wurden, mindestens eine Stunde lang nicht eingeschalten werden, da ansonsten Öl in den Luftbereich gelangen könnte.
    Öl-Kolben-Kompressoren müssen von Zeit zu Zeit geprüft werden, ob der Ölstand korrekt ist, ein zu geringer Ölstand bzw. fehlendes Öl würde den Kompressor zerstören.

    Fazit: Öl-Kolben-Kompressoren werden dann eingesetzt, wenn mit einer hohen Laufleistung (Betrieb über mehrere Stunden) zu rechnen ist, und wenn der Kompressor sehr leise sein muss.
    hier der Link zum Sil-Air 30D (meistverwendeteter Öl-Kolben-Kompressor)
    Hier ein Video-Beispiel:

    2.) Der ölfreie Kolben-Kompressor:

    Die Technik der ölfreien Kolben-Kompressoren hat sich in den letzten Jahren revolutioniert.
    Dank einer enormen Entwicklung werden heute ölfreie-Kompressoren produziert, die mit ihren Leistungsdaten und der Lautstärke hinter den Öl-Kolben-Kompressoren in keiner Weise nachstehen.
    Führende Marke für ölfreie Kolben-Kompressoren ist derzeit der Module-Air (Effect-Color) als Nachfolger des bereits herausragenden AC-05.

    Die Vorteile: Ölfreie-Kompressoren neuer Bauart wie z.B. der Effect-Color Module-Air haben eine extrem hohe Luftleistung, sind sehr leise (30 db=leises summen) und haben, wie die meisten Öl-Kolben-Kompressoren eine vollautomatische Ein-/ Ausschaltung. Daher ist eine Zwangspause zur Abkühlung des Gerätes (wie es bei alten Membrankompressoren zwingend vorgeschrieben ist) nicht mehr nötig.
    Der Module-Air produziert z.B. 23 Liter Luft / Minute, das ist ausreichend für Düsengrößen bis 0,5mm.
    Die Geräte sind sehr robust, leicht und handlich.
    Ölfreie Kolben-Kompressoren sind sehr preisgünstig, der Preis ist weit unter dem Preis von Öl-Kolben-Kompressoren. Außerdem sind ölfreie Kompressoren wartungsfrei.

    Die Nachteile: Ölfreie Kolben-Kompressoren haben normalerweise keinen Lufttank (derzeit außer Module-Air optional). Es kann also nur so viel Luft verbraucht werden, wie der Kompressor tatsächlich produziert. Daher sind diese Kompressoren z.B. zur Verwendung in Airbrush-Kursen usw. ungeeignet.
    Es ist für den Laien sehr schwierig zu unterscheiden, welcher Kolben-Kompressor alter Baureihe (sehr laut und leistungsschwach) und welcher Membran-Kompressor neuer Baureihe zuzuordnen ist.
    Daher beim Kauf unbedingt auf die technischen Daten achten!

    Fazit: Ölfreie Kolben-Kompressoren werden für normale Airbrushtätigkeiten verwendet, wenn der Kompressor leise sein soll.
    hier der Link zum Effect-Color Module-Air mit Druckregulierung und Wasserabscheider (meistverwendeteter ölfreier Kolben-Kompressor)
    Hier ein Video-Beispiel:

    2.) Der Membran-Kompressor:

    Auch die Technik der Membran-Kompressoren hat sich in den letzten Jahren revolutioniert.
    Der Druck wird durch eine Gummi-Membrane erzeugt, die sich sehr schnell hin- und her bewegt.
    Früher waren Membran-Kompressoren eher minderwertige Geräte mit hoher Ausfallrate. Die Geräte waren laut, leistungsschwach und trotzdem ziemlich teuer.
    Dank der Entwicklung wurden dann Membran-Kompressoren produziert, die mit ihren Leistungsdaten und der Lautstärke den Öl-Kolben-Kompressoren sehr nahe kamen.
    Führende Marke für Membran-Kompressoren war der ABC-02 (Victor Air Tools) oder der HS-05. Die Weiterentwicklung dieses Gerätes führte dann wieder zu den ölfreien Kolben-Kompressoren. Der Nachfolger dieses mittlerweile legendären Kompressors ist der Effect-Color Module-Air

    Die Vorteile: Membran-Kompressoren neuer Bauart wie z.B. der ABC-02 haben eine hohe Luftleistung, sind relativ leise (40 db) und haben oft eine vollautomatische Ein-/ Ausschaltung. Daher ist eine Zwangspause zur Abkühlung des Gerätes (wie es bei alten Membrankompressoren zwingend vorgeschrieben ist) nicht mehr nötig.
    Die Geräte sind robust, leicht und handlich.

    Die Nachteile: Membran-Kompressoren haben normalerweise keinen Lufttank. Es kann also nur so viel Luft verbraucht werden, wie der Kompressor tatsächlich produziert. Daher sind diese Kompressoren z.B. zur Verwendung in Airbrush-Kursen usw. ungeeignet.
    Es ist für den Laien sehr schwierig zu unterscheiden, welcher Membran-Kompressor alter Baureihe (sehr laut und leistungsschwach) und welcher Membran-Kompressor neuer Baureihe zuzuordnen ist.

    Fazit: Membran-Kompressoren werden eingesetzt, wenn kurzzeitig viel Luft benötigt wird.
    hier der Link zum Mobil-Power Kompressor


    Grundsätzliches: Druckluft-Dosen sind langfristig die teuerste Luftquelle. Eine Dose liefert nur sehr kurze Zeit Luft und ist leider sehr schnell leer. Zum Preis von ca. 15 Dosen kann man sich schon einen sehr guten Membran-Kompressor kaufen.

    Beim Kauf eines Kompressors sollten folgende Dinge berücksichtigt werden:

  • 1.) Welche Farbe soll verarbeitet werden?
    Welche Düsengröße schreibt der Farbhersteller für diese Farbe vor?
  • 2.) Welche Airbrush-Pistole wird verwendet?
    Welche Düsengröße?
    Welcher Luftverbrauch wird vom Hersteller für diese Pistole angegeben?
  • 3.) Werden mehrere Airbrush-Pistolen gleichzeitig betrieben?

    Fazit: Für den normalen Einsatz in der Airbrush-Technik (egal ob für Illustration, Bodypainting, Nail Art, Kosmetik, Modellbau, Custom Painting etc.) gibt es mittlerweile keinen Grund mehr, teure Öl-Kolben-Kompressoren zu verwenden. Gute Membran-Kompressoren bringen mittlerweile mindestens die gleiche Leistung und haben sogar den Vorteil, dass sie günstiger und handlicher sind. Allerdings muss beim Kauf eines Membran-Kompressors genau auf die Leistungsdaten und die Lautstärke geachtet werden. Nur wenn zeitweise sehr viel Luft verbraucht wird (wie das z.B. bei Airbrush-Kursen der Fall ist), dann haben Öl-Kolben-Kompressoren klare Vorteile.

    Druckluftdosen

    Druckluftdosen geben nur für eine sehr begrenzte Zeit Druckluft ab.
    Problematisch wird das Arbeiten mit Druckdosen bei der Druckregelung, weil Dosen zwar pulsierungsfreie Luft abgeben, aber der Druck mit zunehmender Entleerung immer schwächer wird.
    Außerdem besteht bei der Arbeit mit der Druckluftdose die Gefahr, daß die Dose vereist, was natürlich Auswirkungen auf das Spritzbild hat.
    Hersteller von Druckluftdosen sprechen von einer Kapazität von ca. einem DIN A4 bis einem DIN A3. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß diese Angaben eher zu hoch sind.

    Achtung!
    Druckluftdosen sind grundsätzlich leider nicht mit normaler Luft gefüllt, sondern mit brennbarem Butan-Gas. Die Dosen also nur in gut belüfteten Räumen benutzen!!!

    Druckluftdosen findest Du hier



    Pressluft-Flaschen und CO²-Flaschen

    Pressluftflaschen können ebenso wie Druckluftdosen vereisen. Der Vorteil bei den Pressluftflaschen ist jedoch die Möglichkeit, daß diese Flaschen beliebig oft aufgefüllt werden können. Leider ist die Kapazität der meisten Pressluftflaschen eher gering. Man kann, je nach Größe und je nach Druck von einer Arbeitsdauer von ca. 10 Minuten ausgehen.

    Die klassische Art der Luftversorgung sind die CO²-Flaschen
    In alten Grafiker-Ateliers kannst Du solche Flaschen manchmal noch entdecken. Eine Vereisung der Flasche bzw. der Luft ist nicht zu befürchten.
    Problematisch ist jedoch der Umgang mit diesen Gasflaschen, da sie mit einem extrem hohen Druck befüllt sind. Es sind unbedingt strenge Sicherheitsregeln einzuhalten.

    Eine weitere Möglichkeit um Druckluft zu speichern sind Autoreifen.
    Da der Druck aber sehr schnell abnimmt und die Luftkapazität extrem gering ist, muß man von Autoreifen als Druckspeicher abraten.


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